Wie mir Assad meinen Lauf versaute

Münster – seit Jahr und Tag fahre ich nach Münster. Ganz früher um mein Skateboard Stuff zu kaufen. Später dann habe ich Clubs und Kneipen unsicher gemacht, meinen Zivildienst dort abgeleistet und seit einigen Jahren arbeite ich in dieser Stadt. Und immer schon kam ich an weiträumigen Geländen der britischen Streitkräfte vorbei. Nun, da auf den kalten Krieg kein Verlass mehr war, hatte sich die Queen zum Jahrtausend Wechsel überlegt, ihre Exil Schäfchen heim zu holen. Ein Teil der Fläche wurde umstrukturiert, Firmen und Büros angesiedelt u.a. auch Brooks mit seinen Räumlichkeiten. Der ältere Gebäudekomplex steht noch immer hinter roten Klinkermauern und Stacheldraht und nennt sich York Kaserne. Auch dort verschwanden Material und Gefolgschaft, zugänglich war das Areal aber trotzdem nicht.

Mein Türöffner um hinter diese Mauern zu kommen sollte der 6h Lauf in Münster sein. Unter großartigster organisatorischer Leistung von Christian Pflügler fand 2015 dort ein Lauf zwischen den altern Gemäuern auf dem Grundstück der Kaserne statt. Das wäre doch was. Kleine Runden, jederzeit der Ausstieg möglich. Herantasten an die Ultradistanzen. Also habe ich mich im September 2015 für den `16 Lauf gemeldet.

Doch es kam anders. Ein gewisser Herr Assad und ein paar andere Unterbelichtete mit schwarz weißen Piraten Flaggen meinten gegen das Volk vorgehen zu müssen und so schwappte eine unglaubliche Flüchtlingswelle auf Europa zu. Ein Teil dieser „armen Schweine“ kam auch nach Münster in die York Kaserne, wo doch MEIN Lauf stattfinden sollte. Somit musste sich nicht nur Christian Pflügler sondern der Schluppenchris umstellen, die Kaserne war leider tabu.

Somit fand der 2016er 6h Lauf in der Speicherstadt statt. Auch mit militärischer Historie verbunden, aber halt nicht in meiner Kaserne.

Historisches  sollte aber auch bei diesem Lauf passieren: Christian Pflüger und seine tolle Mannschaft hatte herausgefunden, das auf Grund der angemeldeten Teilnehmer dieses der weltgrößte 6h Lauf aller Zeiten sein könnte. Ein bestimmte Anzahl der LäuferInnen (> 350??) müsste die 45km Marke knacken damit dieser Lauf in die Geschichtsbücher eingehen würde.

Schon beim Race Briefing vermeldete der Veranstalter dann durch sein Megafon, das es zwar noch keine aktuellen Zahlen gäbe, er aber auf jedenfall diesen Lauf beim Guinessbuch anmelden werde. Hammer! Und ich dabei.

[477 Starter – das reicht für den Teilnehmerstärksten 6h-Lauf
351 Finnischer über 45km (vorläufig, kann sich mit den Restmetern noch erhöhen) – reicht allemal um auch bei der DUV als größter 6h-Lauf der Welt in der Datenbank zu stehen. Deshalb:

W E L T R E K O R D ! ! !  Zitat FB Christian Pflügler]

Fasse ich also zusammen: ich könnte a) aktiver Weltrekordteilnehmer bei >45km werden und b) meinen persönlichen Streckenlängenweltrekord von 50km knacken.

Am Samstag um 10:00 war dann der Startschuss über die 2126m lange Strecke. Bei ca +5 Grad und trockenem Wetter über „platt gefahrenes Kopfsteinpflaster“ ( O-Ton Veranstalter) machte ich die meine Runden. Viel zu erleben gibt es  da nicht. Man sieht die gleichen Rücken und Hintern, wird alle zwei Runden vom Führenden überholt ( du Drecksau 😉 ) bekommt tolle Verpflegung und Getränke im eigenen Becherchen.

Nach 20 Runden hatte ich dann den Marathon drin. Und weiter ging es.

In Runde 21 ging die Sonne auf: meine Frau stattete mir einen Spontanbesuch ab und blieb über die restliche Zeit am Ort und feuerte mich und meine Moral an.

Runde 22: Yes! Gestandener Weltrekordteilnehmer. Hört sich gut an.

Nach 23,5 Runden hatte ich dann auch meinen persönlichen Weltrekord in der Tasche. Mehr als 50km bin ich noch nie gelaufen Alles was jetzt kam, war „on Top“.

Letztlich sind es 26 Runden geworden: 55279m. Meine Frau empfing mich im Ziel. Besser als alles andere. Danke Dir!!!! Ein weiterer Dank geht an das mir unbekannte Ehepaar die es sich nicht haben nehmen lassen 5 Stunden mit Räppelkes und guter Laune uns alle anzufeuern. Wieder und wieder. Das!! ist ultra.

Epilog: Ich muss sagen: „Ganz schön cool!“ Andere laufen schneller, andere laufen weiter, viele andere wollen einmal in Ihrem Leben eine Marathon schaffen oder auch nur den Sofaschweinehund besiegen. Letztlich kann ich mich absolut zufrieden zurück lehnen und sagen: Gut gemacht Schluppe!

Und Zu Euch ihr kranken Fanatiker: Ihr versaut mir weder meine 6h Läufe noch habe ich Angst vor Euch. Ihr macht mich einfach nur traurig. Ihr kämpft für die falsche Seite und werdet niemals siegen! PEACE!!

3 commentaires sur “Wie mir Assad meinen Lauf versaute

  1. Pingback: Top gebloggt 5/16 – Der will doch nur laufen…

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